Sinan Narin - Studienverlauf

Von Oktober 1998 bis September 2003 studierte ich Wirtschaftsmathematik an der Universität Trier. Dieser Studiengang (zum Verlauf siehe Übersicht) umfaßt jeweils Fachgebiete der Mathematik und der Wirtschaftswissenschaften: Im Grundstudium ist der Mathematikanteil dieses Studienganges wesentlich größer als der wirtschaftswissenschaftliche Anteil. Im Hauptstudium ist dies anders. Hier nimmt das gewählte wirtschaftswissenschaftliche Fach (BWL und/oder VWL) mit seinen allgemeinen und speziellen Vorlesungen des zu wählenden Schwerpunkts einen großen Teil der Zeit in Anspurch.

Grundstudium

Der mathematische Teil des Grundstudiums besteht aus den Anfängervorlesungen Analysis I-III und Lineare Algebra I-II wobei man hier Grundlagen und Handwerkzeug für alle anderen mathematischen Veranstalungen erlernt. Diese Anfängervorlesungen sind so konzipiert, daß sie jeder Studierende ohne besondere Vorkenntnisse in der Mathematik verstehen kann, vorausgesetzt, die Inhalte werden gründlich nachgearbeitet und mit Hilfe von Übungen vertieft.
Im zweiten Jahr stehen die Vorlesungen Maß- und Wahrscheinlichkeitstheorie I-II, Operations Research I und Numerik I auf dem Programm. Diese setzen Kenntnisse aus den Vorlsungen vom ersten Jahr voraus. Zudem muß man ein Proseminar besuchen, bei dem man einen Vortrag hält und eine schriftliche Ausarbeitung anfertigt. Hierzu werden Themen aus verschiedenen mathematischen Disziplinen angeboten.
Zu allen mathematischen Vorlesungen werden Übungsafgaben verteilt, die innerhalb einer Woche gelöst werden müssen und dann zur Korrektur abgegeben werden. Die Bearbeitung dieser Aufgaben ist sehr Zeitintensiv, aber nur dadurch erlernt und versteht man die Inhalte aus den Vorlesungen. Um zur abschließende Klausur zugelassen zu werden und somit den Leistungsnachweis im jeweiligen Fach zu erhalten, ist ein gewisser Anteil der Übungspunkte zu erreichen.

Die Inhalte aus den Vorlesungen Grundzüge der BWL (Betriebswirtschaftslehre), Grundzüge der VWL (Volkswirtschaftslehre) sowie Finanzbuchhaltung werden in sog. Tutorien wiederholt und anhand praktischer Problemstellungen eingeübt.

Nach dem vierten Semester ist es möglich, sein Vordiplom abzulegen. Hierfür müssen zuvor folgende Leistungsnachweise erbracht werden:

Das Vordiplom besteht neben den Klausuren in BWL und VWL aus jeweils einer mündlichen Prüfung in folgenden Fächern:
Analysis I-III, Lineare Algebra I-II, Maß- und Wahrscheinlichkeitstheorie II.


Hauptstudium

Nun stellt sich sowohl in Mathematik als auch in den Wirtschaftswissenschaften die Frage nach den individuellen Schwerpunkten.
In Mathematik sind drei aus den folgenden zu wählen: Analysis, Statistik, Finanzmarktanalyse, Numerik/Operations Research. In den gewählten Schwerpunkten müssen jeweils zwei vierstündige Vorlesungen gehört und in zwei Schwerpunkten ein Seminar besucht werden.
Im wirtschaftswissenschaftlichen Bereich hat man die Wahl zwischen BWL oder VWL (allgemeine und ein Schwerpunkt) oder jeweils allgemeine BWL und VWL. Im Fach BWL werden folgende Schwerpuntke angeboten:



Meine Wahl fiel in Mathematik auf
und in BWL auf Geld, Kredit, Währung/Finanzwissenschaft.


Im jeweils allgemeinen Teil sind sieben kleine Teilklasuren zu schreiben und im gewählten Schwerpunkt eine große Klausur (über welche Vorlesungen siehe in der Übersicht)
Diese Ordunung war aktuell, als ich ins Hauptstudium kam (Mitte 2000). Meines Wissens sind in der Prüfungsordnung bereits einige Änderungen vorgenommen worden. Zu genaueren Information verweise ich auf die Seiten des Hochschulprüfungsamtes der Universität Trier.


Nach 8 Semestern habe ich diejenigen Veranstaltungen besucht, die für mein Diplom relevant sind. Für die Diplomprüfung stehen neben der Diplomarbeit nun drei mündliche Prüfungen (jeweils in den mathematischen Schwerpunkten) sowie eine Klausur in meinem BWL-Schwerpunkt (Geld, Kredit, Währung/Finanzwissenschaft) auf dem Programm.
Diese verbleibenden Aufgaben habe ich in der dafür vorgesehenen Zeit von einem Jahr erledigt, so dass ich bereits nach knapp 10 Semestern mein Studium mit einem "sehr guten" Abschluß beenden konnte.



Übersicht über mein bisheriges Studium

Sem. Mathematik Betriebswirtschaftslehre (BWL)
1.
  • Analysis I
  • Lineare Algebra I


  • Jeweils Klausur
  • Grundzüge der BWL I
  • Grundzüge der VWL I-II
  • Finanzbuchhaltung mit Klausur
2.
  • Analysis II
  • Lineare Algebra II
  • Programmierkurs in FORTRAN


  • Jeweils Klausur
  • Grundzüge der BWL II-III
  • Grundzüge der VWL III


3.
  • Analysis III
  • Maß- und Wahrscheinlichkeitstheorie I mit Klausur
  • Operations Research I
  • Proseminar Zahlentheorie
 
4.
  • Analysis IV
  • Maß- und Wahrscheinlichkeitstheorie II
  • Numerik I
 
Vor-
dipl.
  • Mündliche Prüfung über Analysis I-III
  • Mündliche Prüfung über Lineare Algebra I-II
  • Mündliche Prüfung über Maß- und Wahrscheinlichkeitstheorie I
    Jeweils eine Klausur über BWL I-III und VWL I-III
5.
  • Topologie
  • Statistik I
  • Derivative Finanzprodukte aus math. Sicht
Allgemeine BWL
  • Personalökonomie
  • Marketing und Innovation
  • Planen und Entscheiden
  • Entrepreneurship
6.
  • Funktionalanalysis
  • Stochastische Prozesse I
  • Mathematische Verfahren zur Finanzmarktanalyse
Allgemeine BWL
  • Investition und Finanzierung
  • Wirtschaftsinformatik
  • Unternehmensorganisation
Spezielle BWL (GKF)
  • Bankbetriebslehre
  • Investition und Finanzierung (s.o.)
  • Numerik für Wirtsch.-Wissenschaftler
7.
  • Statistik I
  • Stochastische Prozesse II
  • Hauptseminar: "Was ist Wahrscheinlichkeit"
    Eine Philosophisch-Mathematische Sicht auf den Begriff der Wahrscheinlichkeit
Spezielle BWL (GKF)
  • Finanzmanagement
  • Hauptseminar: "Stichproben zum Mikrozensus" - Simulation von Erhebungsdesigns
8.
  • Statistik II
  • Hauptseminar: "Geometrie von Banachräumen"


  • Mündliche Diplomprüfung im Fach Analysis (Topologie/Funktionalanalysis)
Spezielle BWL (GKF)
  • Geldanlage & Kapitalmarkt
  • Spieltheorie
9.
  • Verfassen der Diplomarbeit zum Thema:
    "Die Hausdorff-Dimension für metrische Räume"
Spezielle BWL (GKF)
  • Abchlussklausur im Fach Spezielle BWL (GKF)
10.
  • Jeweils mündliche Diplomprüfung in den Fächern:
    Statistik
    Stochastische Prozesse
 


sinan narin©2003